Axel Petermann ist Kriminalist und operativer Fallanalytiker
mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Bearbeitung schwerer Gewalt-
und Tötungsdelikte.
Er war an der Untersuchung von über tausend Todesfällen beteiligt –
in Tatortarbeit, Spurensicherung, Vernehmungssituationen
und strukturierter Fallanalyse.
Seine Arbeit basiert nicht auf psychologischen Zuschreibungen,
sondern auf der systematischen Prüfung von Befunden:
Tatbildern, Verletzungsmustern, zeitlichen Abläufen
und Entscheidungsfolgen.
Im Zentrum steht nicht die Erzählung einer Tat,
sondern ihre Struktur.
Welche Handlung führte zu welcher Konsequenz?
Welche Option wurde gewählt – und welche verworfen?
Welche Hypothese hält der Überprüfung am Spurenbild stand?
Aus der praktischen Ermittlungsarbeit entwickelte sich
seine Spezialisierung auf operative Fallanalyse
bei komplexen Gewaltverbrechen.
Diese Form der Arbeit dient nicht der Spekulation,
sondern der belastbaren Einordnung:
Sie prüft, ob Annahmen tragfähig sind –
oder am Befund scheitern.
Neben seiner Tätigkeit in Ermittlungszusammenhängen veröffentlicht
Axel Petermann Fachbücher und tritt in Lesungen, Dokumentationen
und Interviews als Experte für Gewaltverbrechen auf.
Befund vor Deutung.
In der öffentlichen Wahrnehmung wird Axel Petermann häufig als „Profiler“ bezeichnet.
Der Begriff ist geläufig – beschreibt jedoch nur einen Teil dessen, was seine Arbeit tatsächlich umfasst.
Als Kriminalist war er in realen Ermittlungsverfahren tätig:
am Tatort, in der Spurensicherung, in Vernehmungssituationen
und in der strukturierten Bewertung von Beweislagen.
Als operativer Fallanalytiker besteht die Aufgabe darin,
komplexe Gewaltverbrechen anhand von Tatbildern,
Verhaltensmustern und Entscheidungsfolgen zu prüfen –
nicht spekulativ, sondern entlang gesicherter Befunde.
„Profiler“ ist die mediale Bezeichnung für diese Form der Arbeit.
In der Praxis steht dahinter keine Rolle,
sondern eine Methode.
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung,
sondern die Methode, die dahintersteht.
Axel Petermann absolvierte die klassische kriminalistische Ausbildung
bei der Polizei in Bremen und war von 1975 bis 2014
Angehöriger der Kriminalpolizei.
Über mehrere Jahrzehnte war er in der Bearbeitung
schwerer Gewalt- und Tötungsdelikte tätig –
am Tatort, in der Spurensicherung,
in Vernehmungssituationen
und in leitender Funktion innerhalb von Mordkommissionen.
Er war unter anderem langjähriger Leiter der 1. Mordkommission
sowie stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen.
In dieser Zeit war er an der Untersuchung von
über tausend Todesfällen beteiligt
und leitete Ermittlungen bei zahlreichen Tötungsdelikten.
Ende der 1990er-Jahre setzte er sich intensiv mit internationalen
Methoden der Fallanalyse auseinander
und entwickelte auf dieser Grundlage eine eigenständige,
kriminalistisch fundierte Arbeitsweise.
Nach mehrjähriger Spezialisierung wurde er
zertifizierter polizeilicher Fallanalytiker
und baute die Dienststelle „Operative Fallanalyse“ auf,
die er bis zu seiner Pensionierung leitete.
Sein Ansatz verbindet klassische Ermittlungsarbeit
mit strukturierter Analyse von Tatbildern,
Entscheidungsfolgen und Opfer-Täter-Dynamiken –
nicht als theoretisches Modell,
sondern als operative Unterstützung realer Verfahren.
Seit seiner Pensionierung arbeitet er fallbezogen
im Auftrag von Angehörigen und anwaltlichen Vertretern
an der Einordnung ungeklärter Todesfälle.
Parallel dazu war und ist er als Dozent für Kriminalistik tätig,
Mitbegründer des Interdisziplinären Forums Forensik (iFF)
sowie langjähriger Berater für kriminalistische Stoffentwicklungen
in Film und Fernsehen.
Erfahrung aus realen Verfahren.
Überprüfbare Befunde.
Strukturierte Einordnung.
Die Arbeit an schweren Gewaltverbrechen erfordert mehr als Fachwissen.
Sie erfordert Distanz, methodische Konsequenz und die Bereitschaft,
Befunde auch dann auszuhalten, wenn sie keine schnellen Antworten liefern.
Nicht jede Spur ist eindeutig.
Nicht jede Hypothese trägt.
Und nicht jede Erwartung an ein Verfahren lässt sich
mit der Realität des Tatgeschehens vereinbaren.
Wer über Gewaltverbrechen spricht oder sie einordnet, trägt Verantwortung –
gegenüber Opfern, Angehörigen, Ermittlern
und gegenüber dem Befund selbst.
Im Mittelpunkt steht daher keine Vereinfachung
und keine Inszenierung,
sondern die sorgfältige Prüfung dessen, was sich tatsächlich belegen lässt.
Komplexe Gewaltverbrechen sind widersprüchlich, fragmentarisch, häufig unvollständig.
Belastbare Einordnung entsteht nicht aus Überzeugung,
sondern aus konsequenter Überprüfung.
Diese Haltung prägt jede Form der Arbeit –
im Ermittlungsverfahren,
in der operativen Fallanalyse
und in der öffentlichen Einordnung.
Erfahrung entsteht nicht aus Theorie.
Sondern aus Verantwortung im realen Verfahren.
Wer schwere Gewaltverbrechen bearbeitet,
arbeitet mit Fakten —
und mit den Folgen dieser Fakten.
Genau darin liegt der Maßstab.