Part 2 · Realität · Material · Akteneinblick

Woraus ein Fall tatsächlich entsteht

Case Notes — Author Edition

Ein Fall liegt zunächst nicht als Darstellung vor, sondern als Material: als Dokumentation, Aktenlage und einzelne, voneinander getrennte Bestandteile.

Sichtbar sind Fallakten, Protokolle und Befunde — also jene Form, in der ein reales Geschehen festgehalten wird, bevor daraus überhaupt eine Einordnung entstehen kann.

Was hier vorliegt, ist nicht das Ergebnis, sondern der Ausgangspunkt: nicht das Buch, sondern das Material, aus dem eine Buchform erst hervorgeht.

Was in einer Fallakte tatsächlich vorliegt

Am Anfang steht keine geordnete Darstellung, sondern eine Materiallage: Akten, Protokolle, Befunde, Vermerke und weitere Spuren eines realen Geschehens, die zunächst nebeneinander bestehen.

Entscheidend ist hier nicht, was sich bereits erzählen lässt — sondern was überhaupt vorliegt, in welcher Form es festgehalten wurde und welche Teile davon später in eine nachvollziehbare Darstellung überführt werden können.

Was im Buch als klare Linie erscheint, beginnt hier als Vielzahl einzelner Dokumente, Beobachtungen und offener Zusammenhänge. Erst durch Sichtung, Vergleich und Einordnung entsteht daraus eine Arbeitsgrundlage.

Fallakte → Sichtung → Einordnung → Auswahl → Darstellung

Systemzusammenhang

Der Weg durch das Material

Analysekreislauf eines Profilers: vom Fall über Material, Analyse, Auswahl und Verdichtung zur Darstellung
Grafische Einordnung Darstellung des Zusammenhangs zwischen Fall, Material und Analyse — sowie des Weges, auf dem daraus eine darstellbare Form entsteht.

Fallakte

Typische Bestandteile einer Fallakte

Eine Fallakte ist keine zusammenhängende Darstellung, sondern eine Vielzahl einzelner Dokumente, Vermerke, Aussagen und Befunde, die zunächst nebeneinander bestehen. Ihr Umfang reicht dabei häufig von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Seiten.

Die folgenden Bereiche zeigen typische Bestandteile solcher Akten. Je nach Fall können einzelne Elemente entfallen, ergänzt werden oder unterschiedlich gewichtet sein.

Tatort

Tatortdokumentation

Fotografien, Skizzen und Lagebeschreibungen halten den Zustand eines Ortes fest, wie er zum Zeitpunkt der Sicherung vorgefunden wurde.

Spuren

Asservate & Spurensicherung

Gegenstände, biologische Spuren oder technische Rückstände werden gesichert, dokumentiert und ihrer Herkunft zugeordnet.

Personen

Personen- und Falldaten

Opfer, Beschuldigte und weitere Beteiligte werden mit ihren jeweiligen Rollen und bekannten Verbindungen erfasst.

Aussagen

Zeugenaussagen & Protokolle

Aussagen halten Wahrnehmungen fest, die von Erinnerung, Perspektive und Situation geprägt sind.

Zeit

Zeitliche Rekonstruktion

Bewegungen, Kontakte und Zeitfenster werden zusammengeführt, ohne dass daraus bereits ein eindeutiger Ablauf entsteht.

Kommunikation

Nachrichten & Verbindungsdaten

Digitale Spuren und Kontakte zeigen Verbindungen und mögliche Abläufe, ohne sie abschließend zu erklären.

Gutachten

Sachverständigenbefunde

Einzelne Aspekte werden fachlich eingeordnet, ohne dass daraus bereits ein Gesamtverständnis entsteht.

Vermerke

Ermittlungsvermerke & Anträge

Interne Einschätzungen machen sichtbar, welche Fragen offen sind und welche Schritte daraus folgen.

Recht

Anklage & Beschlusslage

Rechtliche Einordnungen zeigen, wie sich das Material später auch juristisch verdichtet.

Analyse

Operative Fallanalyse

Erst auf Grundlage dieser Materiallage entstehen Hypothesen und mögliche Zusammenhänge — nicht als Ergebnis, sondern als Arbeitsansatz.

Materialebene

In welcher Form Material vorliegt

Die einzelnen Bestandteile einer Fallakte stehen zunächst nicht in einer festen Ordnung. Sie entstehen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, in verschiedenen Zusammenhängen und oft ohne direkte Verbindung zueinander.

Unterschiedliche Quellen

Informationen stammen aus verschiedenen Bereichen — Tatort, Befragungen, Gutachten oder technischen Auswertungen — und liegen zunächst getrennt voneinander vor.

Unvollständigkeit

Viele Informationen sind fragmentarisch, widersprüchlich oder lückenhaft und ergeben für sich genommen noch kein klares Gesamtbild.

Gleichzeitigkeit

Unterschiedliche Entwicklungen laufen parallel: neue Hinweise entstehen, während andere bereits überprüft oder verworfen werden.

Offene Fragen

Ein großer Teil des Materials besteht nicht aus Antworten, sondern aus Fragen, die erst im weiteren Verlauf geklärt werden können.

Ab hier folgen Unterlagen und Auszüge.

Unterlagen & Auszüge

Bis hierhin war die Materiallage sichtbar. Ab hier folgen dokumentierte Ausschnitte dieser Materialebene.

Die folgenden Inhalte zeigen keine lineare Darstellung, sondern beispielhafte Formen, in denen Material innerhalb einer Fallakte erscheint: als Vermerk, Protokoll, Befund oder dokumentierter Auszug.

Sie können digital gelesen oder als zusammenhängende Unterlagen betrachtet werden. Beides gehört zur selben Struktur — in unterschiedlicher Form.

Die vollständigen PDF-Unterlagen stehen zusätzlich als druckbare Fassung bereit.

Die druckbare Fassung finden Sie im Bereich Download & Druckversion .

Dokumente

Download & Druckversion

Die hier gezeigten Inhalte stehen zusätzlich als zusammenhängende Unterlagen zur Verfügung. Sie bilden die dokumentierte Materialebene von Case Notes — in einer Form, die digital gelesen oder als zusammenhängender Einblick betrachtet werden kann.

Unterlagen (komplette PDF-Fassung)
Die vollständige Zusammenstellung der dokumentierten Auszüge aus der Fallakte in druckoptimierter Form. PDF herunterladen

Hinweis: Für den Druck empfiehlt sich A4. Die Unterlagen sind auf ruhige Lesbarkeit und eine klare Dokumentenstruktur ausgelegt.

Dokumentenebene

Wie Material in der Akte erscheint

Was zuvor noch als zusammenhängende Darstellung beschrieben wurde, liegt in der Akte nicht in dieser Form vor, sondern als einzelne Vermerke, Protokolle und Befunde, die zunächst für sich stehen.

Aktenauszug

Einblick in das Material

Der Auszug steht für eine Form, in der Inhalte innerhalb einer Fallakte festgehalten werden. Für sich genommen bleibt er fragmentarisch und gewinnt erst im Zusammenhang mit weiteren Dokumenten Bedeutung.

Aktenvermerk Tatort: Wohnhaus, Erdgeschoss, südlicher Bereich Datum: 14.03.20XX Zeitpunkt des Auffindens: 06:42 Uhr Beim Betreten des Raumes fällt zunächst eine ungewöhnliche Unordnung im Bereich der Sitzmöbel auf. Mehrere Gegenstände befinden sich nicht an ihrem ursprünglichen Platz. Das Fenster im rückwärtigen Bereich ist geschlossen. Keine erkennbaren Aufbruchspuren. Am Boden im Bereich zwischen Tisch und Sofa befinden sich verstreute Gegenstände sowie textile Rückstände. Weitere Maßnahmen: – Spurensicherung veranlasst – Fotografische Dokumentation durchgeführt – Umfeldbefragung eingeleitet
Erstellt durch: Kriminalpolizei Bearbeitungsvermerk: Dokumentation abgeschlossen. Weitere Auswertung erfolgt im Rahmen der Ermittlungen.

Aktenauszug

Aussage und Protokoll

Aussagen werden im Rahmen von Vernehmungen festgehalten. Sie geben Wahrnehmungen wieder, sind jedoch an Erinnerung, Perspektive und Situation gebunden.

Vernehmungsprotokoll Person: männlich, 42 Jahre Funktion: Nachbar Datum: 14.03.20XX Uhrzeit: 09:15 Uhr Die Person gibt an, am Vorabend gegen 22:30 Uhr noch Licht im Erdgeschoss des Hauses wahrgenommen zu haben. Auf Nachfrage wird angegeben, dass zu diesem Zeitpunkt keine ungewöhnlichen Geräusche aus dem südlichen Bereich des Hauses zu hören gewesen seien. Weiter wird erklärt, am Morgen des 14.03.20XX gegen 06:30 Uhr ein Fahrzeug im unmittelbaren Umfeld des Hauses bemerkt zu haben, welches der Person zuvor nicht aufgefallen sei. Weitere Angaben zu Typ, Farbe oder Kennzeichen konnten nicht gemacht werden. Auf erneute Nachfrage wird ergänzt, dass in den vergangenen Tagen keine auffälligen Beobachtungen im Bereich des Hauses gemacht worden seien. Die Aussage erfolgt ohne erkennbare Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit.
Protokollführende Dienststelle: Kriminalpolizei Bearbeitungsvermerk: Erfassung abgeschlossen. Weitere Auswertung vorbehalten.

Aktenauszug

Befund und Gutachten

Sachverständigenbefunde beziehen sich auf einzelne Aspekte eines Falles. Sie liefern keine Gesamterklärung, sondern ordnen einzelne Spuren oder Beobachtungen fachlich ein.

Sachverständigenbefund Untersuchungsgegenstand: textile Rückstände im Bereich Boden / Sitzmöbel im Erdgeschoss Eingang der Proben: 14.03.20XX Bearbeitung: kriminaltechnisches Institut Die untersuchten Fasern wurden aus dem Bereich zwischen Sitzmöbeln und Boden aufgenommen, wie im Tatortvermerk dokumentiert. Bei den sichergestellten Materialien handelt es sich um synthetische Fasern, vermutlich aus einem Mischgewebe industrieller Herstellung. Eine eindeutige Zuordnung zu einem konkreten Kleidungsstück konnte nicht vorgenommen werden. An mehreren Proben wurden anhaftende Partikel festgestellt, die auf eine Einwirkung von außen oder auf Kontakt mit dem Bodenbereich hinweisen. Die Verteilung der Fasern spricht dafür, dass diese nicht ursprünglich an der Fundstelle lagen, sondern im Zusammenhang mit einer Bewegung in den beschriebenen Bereich gelangt sind. Eine zeitliche Einordnung der Ablagerung ist auf Grundlage des vorliegenden Materials nicht möglich. Weitere Untersuchungen: – Vergleich mit Referenzmaterial empfohlen – Prüfung auf zusätzliche Anhaftungen veranlasst Der Befund erlaubt keine Aussage zum konkreten Geschehensablauf, liefert jedoch Anhaltspunkte für mögliche Bewegungs- oder Kontaktvorgänge im Bereich der dokumentierten Unordnung.
Erstellt durch: Kriminaltechnisches Institut Bearbeitungsvermerk: Auswertung abgeschlossen. Ergebnis in Gesamtkontext einzuordnen.

Aktenauszug

Rechtsmedizinischer Befund

Die rechtsmedizinische Untersuchung beschreibt körperliche Befunde und dokumentiert Verletzungen sowie deren Eigenschaften. Eine Rekonstruktion des Geschehens ist damit nicht verbunden.

Rechtsmedizinischer Bericht (Auszug) Untersuchungsart: äußere Leichenschau / ergänzende Befundaufnahme Untersuchungszeitpunkt: 14.03.20XX Männlicher Leichnam, kräftige Statur. Beginnende Totenstarre im Kieferbereich nachweisbar. Totenflecken an abhängigen Körperpartien ausgebildet. Der Leichnam wurde im Innenraum eines Wohnhauses aufgefunden, im Bereich zwischen Sitzmöbeln und Bodenlage. Oberkörper unbekleidet. Unterkörper bekleidet mit Stoffhose und Gürtel. Im vorderen Brustbereich zeigt sich eine einzelne Verletzung mit sichtbaren Rückständen im unmittelbaren Wundumfeld. Weitere äußere Verletzungen, die auf zusätzliche stumpfe oder scharfe Gewalteinwirkung hinweisen, wurden nicht festgestellt. Die Lage und Ausprägung der Verletzung lassen für sich genommen keine eindeutige Aussage zum Geschehensablauf zu. Ein erheblicher Blutverlust ist dokumentiert. Auf Grundlage der Befundlage kann eine zeitweise Bewegungs- und Handlungsfähigkeit nicht ausgeschlossen werden.
Erstellt durch: Institut für Rechtsmedizin Bearbeitungsvermerk: Befund dokumentiert. Keine abschließende Bewertung vorgenommen.

Aktenauszug

Blutspuren und Bewegungsdynamik

Blutspuren liefern Hinweise auf Bewegungen, Krafteinwirkungen und Richtungen. Sie werden anhand ihrer Form, Verteilung und Lage beschrieben, ohne daraus unmittelbar einen Geschehensablauf abzuleiten.

Spurenbefund (Auszug) Untersuchungsbereich: Innenraum / Ablagefläche / Sitzmöbelbereich / Boden Dokumentationsart: visuell / fotografisch Im Bereich der Ablagefläche wurden mehrere kleinste Blutspuren festgestellt. Die Tropfen weisen eine längliche Form mit ausgeprägten Ausläufern auf. Die Ausrichtung dieser Ausläufer zeigt überwiegend in eine einheitliche Richtung. Die Verteilung der Spuren erfolgt fächerförmig über einen begrenzten Bereich der Oberfläche. Unterhalb der Ablage sowie im angrenzenden Bodenbereich wurden weitere, größere Blutansammlungen festgestellt, die keine gerichtete Form aufweisen. An der Vorderkante der Ablage befindet sich eine deutlich erkennbare Kontaktspur. Diese entstand durch einen bluttragenden Gegenstand oder durch direkten Kontakt mit einer blutführenden Oberfläche, bevor das Blut vollständig getrocknet war. An mehreren Stellen zeigen sich Überlagerungen, bei denen jüngere Spuren ältere teilweise überdecken. Die Gesamtheit der Spuren weist auf eine Kombination aus gerichteter Bewegung und anschließendem Kontakt im Bereich zwischen Ablage und Sitzmöbeln hin. Eine eindeutige Zuordnung einzelner Spuren zu konkreten Bewegungsabläufen ist auf Grundlage des vorliegenden Materials nicht möglich.
Erstellt durch: Kriminaltechnischer Dienst Bearbeitungsvermerk: Spurenlage dokumentiert. Auswertung im Zusammenhang weiterer Befunde erforderlich.

Aktenauszug

Operative Fallanalyse

Die fallanalytische Einordnung betrachtet das vorhandene Material im Zusammenhang. Sie zeigt mögliche Richtungen der Interpretation — ohne daraus eine abschließende Darstellung abzuleiten.

Fallanalytischer Arbeitsvermerk (Auszug) Die dokumentierte Unordnung im Bereich der Sitzmöbel deutet auf eine Bewegungssituation innerhalb des Raumes hin, die über eine bloße Umlagerung einzelner Gegenstände hinausgeht. Gleichzeitig fehlen Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen. Weder an Zugängen noch im Fensterbereich sind entsprechende Spuren feststellbar. Diese Kombination ist für ein von außen kommendes Geschehen weniger typisch und spricht eher für einen Vorgang, der sich innerhalb des bekannten Umfeldes entwickelt hat. Die Verteilung der Gegenstände sowie die Lage der textilen Rückstände lassen auf eine räumlich begrenzte Dynamik schließen, die sich im unmittelbaren Bereich zwischen Sitzmöbeln und Boden abgespielt hat. Die festgestellten Blutspuren zeigen sowohl gerichtete Anteile als auch spätere Kontakt- und Ablagerungsspuren. Dies spricht für eine kurze Phase aktiver Bewegung, gefolgt von einem Übergang in eine statischere Situation. Die Aussage, dass im Vorfeld keine ungewöhnlichen Geräusche wahrgenommen wurden, steht im Gegensatz zu einer intensiven Auseinandersetzung und relativiert die Annahme eines lautstarken Geschehens. In der Gesamtbetrachtung ergibt sich ein Bild, das weniger für ein zufälliges Zusammentreffen als vielmehr für einen situativen Zusammenhang spricht, bei dem sich Handlung und Reaktion im selben räumlichen Umfeld entwickeln. Mehrere Aspekte lassen dabei sowohl ein konfliktbedingtes Geschehen als auch eine eigeninitiierte Handlung denkbar erscheinen. Eine eindeutige Zuordnung zu einer dieser Richtungen ist auf Grundlage des vorliegenden Materials nicht möglich. Entscheidend bleibt, dass einzelne Befunde in ihrer Kombination Hinweise geben, die isoliert betrachtet keine vergleichbare Aussagekraft besitzen.
Erstellt durch: Operative Fallanalyse Bearbeitungsvermerk: Einordnung vorläufig. Weitere Bewertung im Zusammenhang aller Befunde erforderlich.

Einordnung

Warum daraus noch keine Darstellung entsteht

Die Dokumente stehen zunächst nebeneinander. Sie beschreiben unterschiedliche Aspekte eines Geschehens, ohne sich gegenseitig zu erklären.

Ein Vermerk hält einen Zustand fest, eine Aussage beschreibt eine Wahrnehmung, Befunde ordnen einzelne Spuren und Auffälligkeiten ein.

Jede dieser Ebenen bleibt für sich genommen unvollständig. Erst im Vergleich entsteht ein Zusammenhang, der über einzelne Beobachtungen hinausgeht.

Was hier sichtbar ist, ist noch keine Geschichte — sondern die Grundlage, aus der sie entstehen kann.

Analysebeginn

Wo aus Material erste Richtung entsteht

Erst im Vergleich der einzelnen Dokumente werden Unterschiede, Übereinstimmungen und offene Fragen sichtbar. Daraus entsteht noch keine Darstellung — sondern die Grundlage für Analyse.

Analyse

Was im Vergleich sichtbar wird

Erst im Vergleich verschiedener Dokumente wird erkennbar, wo Informationen einander stützen, sich widersprechen oder in ihrer Aussagekraft unterschiedlich zu gewichten sind.

Übereinstimmung

Was sich gegenseitig stützt

Angaben gewinnen an Gewicht, wenn sie in unterschiedlichen Dokumenten in vergleichbarer Form auftreten oder sich sachlich ergänzen.

Widerspruch

Wo Prüfung beginnt

Abweichungen zwischen Aussage, Befund und Vermerk markieren keine Störung, sondern den Punkt, an dem genauere Prüfung einsetzt.

Gewichtung

Was tragfähig erscheint

Nicht jede Information besitzt dasselbe Gewicht. Entscheidend ist, welche Angaben belastbar erscheinen und welche zunächst offen bleiben müssen.

Offene Punkte

Was unklar bleibt

Ein Teil des Materials bleibt auch im Vergleich unbestimmt. Diese offenen Stellen gehören zur Analyse dazu und können nicht vorschnell geschlossen werden.

Struktur

Wo aus Vergleich Zusammenhang entsteht

Was bislang nebeneinander stand, tritt nun in Beziehung.

Einordnung

Wie aus Material Struktur entsteht

Bis hierhin lag Material nebeneinander vor. Ab diesem Punkt beginnt sich zu zeigen, wie es geordnet, verglichen und gewichtet wird.

Eine eindeutige Richtung ergibt sich daraus nicht sofort. Entscheidend ist, welche Informationen sich stützen, wo Widersprüche bestehen und welche Zusammenhänge sich abzeichnen.

Nicht jede Angabe ist gleichermaßen tragfähig. Ein Teil des Materials bleibt offen und kann nicht abschließend eingeordnet werden.

Was hier entsteht, ist kein fertiges Ergebnis — sondern eine erste Ordnung im Umgang mit dem Material.

Zusammenhang

Was hier sichtbar wird

Die Arbeit mit dem Material wirkt offen, folgt jedoch einer klaren Struktur.

Was im Vergleich, in der Gewichtung und in den offenen Punkten sichtbar wird, entsteht nicht zufällig — sondern im Zusammenspiel von Analyse, Auswahl und erster Ordnung im Material.

Was dort als Struktur angelegt war, zeigt sich hier in der konkreten Arbeit mit einzelnen Dokumenten — als Teil desselben Kreislaufs.

Einordnung

Die gezeigten Dokumente und Analyseschritte stehen nicht für einzelne Inhalte, sondern für unterschiedliche Ebenen derselben Arbeit.

Vom ersten Vermerk über Aussagen und Befunde bis zur vergleichenden Auswertung entsteht ein Zusammenhang, der den weiteren Umgang mit dem Material bestimmt.

In der Übersicht werden diese Ebenen zusammengeführt und als Teil derselben Struktur sichtbar.

Case Notes

Axel Petermann